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Arme Kinder - reiches Land

26.11.2009

Die Initiative „Das ist ungerecht! Aktiv gegen Kinderarmut“ vernetzt bis Ende 2009 Aktivitäten gegen Armut bei Kindern und Jugendlichen in der Diözese.

Der BDKJ sieht sich durch die gewonnenen Erkenntnisse und die anhaltende gesellschaftliche Situation zu kirchen- und gesellschaftspolitischem Handeln aufgefordert. Den Defiziten des sozialen Sicherungssystems unserer Gesellschaft, die auch auf den Rücken von Kindern und Jugendlichen ausgetragen werden, gilt es mit adäquaten politischen Schritten kurz- und mittelfristig Einhalt zu gebieten.

Neben der Forderung von ersten Schritten (bspw. Essen in Kindertageseinrichtungen und Schulen oder der Hartz IV-Regelsatzerhöhung für Kinder) zur Bekämpfung von Armut beschreibt der BDKJ auch eine gesellschaftliche Vision für eine verteilungsgerechtere Gesellschaft.
Schon 2003 wurde auf Bundesebene mit dem Beschluss „Solidarität – Chance für die Zukunft“ eine Antwort entwickelt:

  • Es soll ein Grundeinkommen eingeführt werden, das alle BürgerInnen Deutsch-lands ohne Prüfen der Bedürftigkeit erhalten. Das soziokulturelle Existenzmini-mum jedes Einzelnen (2003 mindestens 600 Euro) wird damit abgesichert.
  • Personen zwischen 18 und 64 Jahren müssen dafür mindesten 500 Stunden Tä-tigkeiten pro Jahr in einem oder mehreren der Bereiche Familienarbeit, Bildung, Erwerbsarbeit oder ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement nachweisen.

Mit dem Grundeinkommen verbindet der BDKJ verschiedene Ziele:

  1. Alle Kinder und Jugendlichen erhalten ein eigenständiges Grundeinkommen, das den aktuellen Hartz IV-Satz deutlich übersteigt und erlangen damit Sub-jektstatus. Sie werden Erwachsenen finanziell gleich gestellt. Die Armut von Familienhaushalten lässt sich mit dem Grundeinkommen überwinden.
  2. Die vier Bereiche gesellschaftlich notwendiger Arbeit werden gleichwertig be-trachtet. Personen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können, sind in der Lage über andere gesellschaftliche Aufgaben ihren Beitrag zur Solidarge-meinschaft zu leisten.
  3. Durch das Grundeinkommen werden finanziell schlechter Gestellte entlastet. Es verteilt Ausgaben zur sozialen Sicherung angemessen auf alle AkteurInnen der Gesellschaft und schafft Entfaltungsspielraum für jedeN EinzelneN.

Autorin: Irene Fink, Fachstelle Politik und Verband

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